Schulprojekte

Mein neues Schulprojekt „Nie wieder Oma Lina Tag?“ hatte im LBZ für Körperbehinderte Halle Uraufführung!
Ich freue mich, dass ich mein neues Schulprojekt „Nie wieder Oma Lina Tag?“ zum ersten Mal in einer Schule in Halle durchführen durfte. Zu diesem Projekt, dass sich besonders gut für 5./6./7. Klassen eignet, gehört ein Besuch bei einem Bestatter, sowie eine selbst gestaltete Trauerfeier der Schülerinnen und Schüler. (In diesem Fall waren wir mal wieder auf dem Nordfriedhof.) Wenn Sie Interesse an diesem Projekt für Ihre Klasse oder Schule haben, dann rufen Sie mich gern an. Die Arbeit mit den Kindern ist für mich jedes Mal besonders wertvoll und bereichernd. Lehrerinnen und Lehrer lernen ihre Schüler dadurch von einer überraschenden, ganz anderen Seite kennen. Sie öffnen den Kindern und Jugendlichen den Zugang zu der Welt der Trauer und des Todes, ein Teil unseres Lebens, der zu einem „ganzen Leben“ dazu gehört.

Am 17. Oktober 2012 leitete ich eine Weiterbildung für LehrerInnen am Landesinstitut für Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA).
Inhalt: Der Tod hat es schwer in unseren Zeiten. Nur wenige Menschen denken an ihn und über ihn nach oder möchten über ihn sprechen. Doch der Tod ist da und meistens dann, wenn es gerade nicht passt. Lehrerinnen und Lehrer kommen dann möglicherweise in eine Situation, die sie unsicher macht oder sogar überfordert. Wie überbringe ich meinen Schülern eine Todesnachricht? Wie gehe ich mit Kindern um, die in Trauer sind? Wie spreche ich altersgerecht über dieses Thema?
Mit dieser Veranstaltung ermöglichte ich den Pädagoginnen eine sachliche Annäherung an dieses Thema. Und mit der Projektidee „Ente, Tod und Tulpe“ gab ich ihnen eine konkrete, kreative Möglichkeit das Thema, in ihren Klassen, „anzupacken“. Vielen Dank für die super Mitarbeit und alles Gute für Ihre Arbeit mit „unseren“ Kindern.

Schulprojekt in der Grundschule Bitterfeld
Ende Oktober 2010 hatte ich eine besondere Begegnung, von der ich Ihnen erzählen möchte. Ich war in Bitterfeld, wo ich in einer vierten Klasse mein Schulprojekt „Ente, Tod und Tulpe“ veranstaltete. Ich las das Buch vor und fragte die Kinder anschließend, was sie machen würden, wenn wir die Ente des Buches (sie stirbt am Ende), am Ufer des Flusses finden würden. „Beerdigen!“, riefen die Kinder. Darauf hin teilte sich die Klasse auf. Es wurden Särge gebastelt, Gedichte, Elfchen und Texte gedichtet und geschrieben. Ein paar Kinder holten Steine als Grabsteine von der Straße. Sogar wunderschöne Dekoration für die Trauerfeier fertigten die Kinder an. Am Ende des ersten Tages, sah die Mitte (wo alle Sachen ausgelegt wurden) ganz bunt aus und erinnerte mich an ein mexikanisches Totenfest. Am nächsten Morgen zogen wir los. Eine halbe Stunde bis zum städtischen Friedhof. Zwei Kinder liefen mit Kreuzen vorne weg, ein Schüler hatte seinen Bollerwagen mitgebracht. Darauf lagen nun alle Dinge für die Trauerfeier. Die Ente ruhte in ihrem Sarg auf weicher Watte, inklusive Kopfkissen und Bettdecke. Obwohl die Kinder in den Pausen Rockmusik hörten, kamen sie gar nicht auf die Idee, Musik vom Band zu spielen. Statt dessen brachten sie eigene Instrumente mit und spielten während der Feier auf einem Keyboard und einer Flöte. Nach der Trauerfeier gingen wir an das Grab eines Jungen, den viele der Kinder aus ihrer Kindergartenzeit kannten. Eine Verwandte hatte ein Bild mitgebracht und die Kinder stellten Fragen. Danach zeigte eine Schülerin noch das Grab ihrer Omi. Dann gingen wir zurück und beerdigten die kleine Ente, die die Kinder „Nora“ genannt hatten, mit einem richtigen Bestatter im Schulgarten. Und am Ende, vor dem Leichenschmaus mit Süßigkeiten und Kuchen, sprachen wir darüber, was passieren würde, wenn niemand mehr stirbt. „Leichtsinnig wären die Menschen…“, „Keine Gefahr würde sie mehr abschrecken…“, „…die Erde wäre übervoll und die Leute würden das Leben nicht mehr schätzen…“, kamen als Antworten. Fazit der Kinder: Ein Leben ohne den Tod, das wäre nicht gut.
Torben, ein Junge der Klasse (er ist 10 Jahre alt), schrieb dieses wundervolle Gedicht:

Der Tod
Der Tod ganz allein, kann nicht weinen.
Er verfolgt jeden bis der Mensch oder das Tier getrennt wird von seinem Leben.Was passiert mit dir? Wo kommst du hin? Für den Himmel brauchst du einen guten Sinn. Für die Hölle hat man einen schlechten Sinn, dort kommst du, wenn du bös warst hin. Der Tod ist zwar schlimm, aber du kommst zu Gott. Dort gibt es gar keinen Spott. Du wirst fröhlich sein können, und neue Freunde finden. Vielleicht kennst du einen, wird es dein Bester sein? Bist du krank, wirst du gesund. Bist du stumm,kannst du wieder reden mit deinem Mund.Es ist wie ein Paradies, wie du es dann auch siehst. Du wirst nie mehr was versäumen, und immer gut träumen. Du wirst dich auch nie mehr langweilen, keinen Stress haben und nicht eilen. Man kann alles machen, was man will…Vielleicht ist es dann laut oder still.

Fotos

Gedichte der Kinder
Tod
der Tod
er kommt näher
Ich gehe zum Friedhof
Trauer

Trauer
wir trauern
viele sind traurig
Ich weine sehr dolle
Gedenken

Weinen
wir weinen
es herrscht Stille
Ich fange an zu weinen
Trauer

Der Tod (von Rasmus)
Er verfolgt uns bis an das Ende unseres Lebens. Da liegt man so, ganz allein im Grab herum und langweilt sich. Aber ich glaube, dass es nicht so sein wird. Ich denke, dass es noch ein zweites Leben gibt. Wo man dann sein ganzes Leben nochmal lebt. Also ich wünsche mir ein Katze zu sein und was für Wünsche hast Du?
Möchten Sie in Ihrer Klasse oder Schule auch dieses Projekt durchführen, dann rufen Sie mich bitte an. Telefonnummer: (0345) 525 17 312

Schulprojekt in der Neumarktschule Halle (Saale)

Trauerrede und Gedicht für die Ente Klaus
Trauerrede von Michelle
Wir haben uns hier versammelt, um von Ente Klaus Abschied zu nehmen. Er war gut zu den Anderen. Die Ente Klaus hatte ganz viele Freunde und Freude an seinem Leben. Er ist gestorben an der Kälte. Klaus nahm eine schwarze Tulpe mit in sein Grab. Er ist 7 Jahre alt, 23 cm groß. Wir werden dich vermissen, aber nicht vergessen. Wir trauern über dich. Er hatte ein Haus am See, eine schöne Frau und zwei Kinder namens Anna und Henriette. Er war eine gute Ente. Er ist geboren am 15. Juni 2002, gestorben am 15. Juni 2009. Er hatte einen Wunsch, Künstler wollte er werden.

Gedicht von Uma S.
Die Ente liegt hier begraben,
Sie schlüpfte aus einem Ei,
in ihrem ganzen Leben hat sie sich gut betragen,
Sie wollte im Leben sein frei.
Die Trauer liegt hier im Saal,
Wir trauern hier alle gar sehr.
Sie wurde geboren in Thale,
Klaus die Ente liebte das Meer!
Klaus war lustig, das wissen wir alle,
wir mochten ihn den Kleinen,
Er war auch sehr schlau und ertappte nie in ’ne Falle,
bei seiem Tod müssen wir weinen!
Klaus fraß liebend gern Gras,
Er ist erforen mitten im Schnee,
Klaus diente dafür dem Fuchs nicht zum Fraß,
Er fraß gern Gras, nahm aber auch Klee!
Klaus ist geboren im Juni
und gestorben auch,
Er schrieb gern mit dem Kuli,
Klaus hasste zum fressen Lauch!
Nun ja nun ist es aus mit dem Kleinen.
Als er alt war brauchte er zum Festhalten Geländer.
Wir weinen, denn nun kommt das
Ende.